Zwiebeln anbauen – welches Anbausystem passt zum Betrieb?
Zwiebeln können direkt gesät, als Jungpflanzen gepflanzt oder als Steckzwiebeln angebaut werden. Jedes Verfahren bringt unterschiedliche Anforderungen und Vorteile mit sich – etwa bei Kulturzeit, Beikrautregulierung, Lagerfähigkeit oder Sortenwahl. Die folgende Übersicht hilft dabei, die Anbausysteme miteinander zu vergleichen und das passende Verfahren für den eigenen Betrieb zu finden.
Direktsaat | Jungpflanzen | Steckzwiebeln | Steckzwiebeln | |
| Aufwand Beikrautregulierung | +++ | ++ | + | ++ |
| Lagerfähigkeit | +++ | ++ | ++ | + |
| Sortenauswahl | +++ | +++* | ++ | + |
Skala: +++ = hoch, ++ = mittel, + = eher gering. * Bei eigener Jungpflanzenanzucht freie Sortenwahl.
Direktsaat
Vorteile
- Wurzel kann sich von Anfang an frei entwickeln und ist weniger anfällig gegenüber Trockenstress
- Erntegut mit besserer Lagergesundheit als bei Verwendung von Steckzwiebeln
- Saatgut ist kostengünstiger als Steckzwiebeln oder Jungpflanzen
- Freie Sortenwahl
Zu beachten
- Für ein gleichmäßiges Auflaufen sind Boden- und Witterungsbedingungen essenziell
- Höherer Aufwand bei der Beikrautregulierung
- Spezielle Technik und das richtige Timing der Kulturmaßnahmen sind besonders wichtig
- Das Verfahren erfordert entsprechend mehr Erfahrung
Direktsaat passt besonders, wenn …
eine gute Sä- und Hacktechnik vorhanden ist, Erfahrung mit der Kultur besteht und lagerfähige Zwiebeln produziert werden sollen.
Pflanzung von Jungpflanzen
Vorgezogene Zwiebeln mit 5- 7 Pflanzen/ Anzuchttopf
Vorteile
- Aufwand für Beikrautregulierung wesentlich geringer als bei Säzwiebeln
- Lagerfähigkeit besser als bei Verwendung von Steckzwiebeln
- Freie Sortenwahl bei eigener Anzucht
Zu beachten
- Höhere Kosten beim Zukauf von Jungpflanzen
- Bei eigener Anzucht entsprechend zusätzlicher Arbeits- und Flächenaufwand
Zwiebel-Jungpflanzen
Nehmen Sie Kontakt zu kleinstrukturierten Jungpflanzenbetrieben für die Anzucht Ihrer Wunschsorten auf.
In unserer Übersichtskarte finden Sie Betriebe in Ihrer Nähe. Bei großen Jungpflanzenbetrieben sollten Sie die Sortenwahl frühzeitig abklären.
Pflanzung von Steckzwiebeln
Steckzwiebeln ermöglichen einen vergleichsweise schnellen und sicheren Kulturstart. Der Aufwand für die Beikrautregulierung ist deutlich geringer als bei Säzwiebeln. Ihre Lagergesundheit ist dagegen geringer als bei direkt gesäten oder aus Jungpflanzen gezogenen Zwiebeln. Beim Anbau kann zwischen Frühjahrs- und Herbststeckung unterschieden werden.
Frühjahrssteckung
Die Steckung im Frühjahr ist das gängigste und in den meisten Fällen zu empfehlende Verfahren beim Anbau von Steckzwiebeln.
Vorteile
- Die Fläche bleibt im Herbst frei und kann noch für späte Gemüsesätze genutzt werden
- Geringeres Risiko von Frostschäden und Schossern als bei der Herbststeckung
- Meist höhere Erträge als bei Herbststeckung
- Bessere Lagerfähigkeit
- Kürzere Vegetationszeit und dadurch weniger Aufwand bei der Beikrautregulierung
- Insgesamt geringerer Zeitraum, in dem die Kultur Schäden ausgesetzt sein kann
Frühjahrssteckung passt besonders, wenn …
ein zuverlässiges Steckzwiebelverfahren gesucht wird und Lagerfähigkeit, Ertrag und flexible Flächennutzung eine wichtige Rolle spielen.
Herbststeckung
Bei der Herbststeckung überwintert die Zwiebel bereits auf der Fläche. Der entscheidende Vorteil liegt vor allem im früheren Erntetermin.
Vorteile
- Frühere Ernte als bei im Frühjahr gesteckten Zwiebeln
- Kein Risiko, im Frühjahr aufgrund nasser Böden nicht rechtzeitig auf die Fläche zu kommen
- Das Pflanzgut wurde nach der Steckzwiebelernte nur kurz gelagert und ist dadurch meist weniger von Lagerschäden betroffen
- In Kombination mit der Frühjahrssteckung lässt sich der Vermarktungszeitraum verlängern
Zu beachten
- Die Fläche ist über Winter belegt
- Geringere Sortenauswahl
- Im Vergleich zur Frühjahrssteckung meist geringere Erträge und eine geringere Lagerfähigkeit
Herbststeckung passt besonders, wenn …
eine möglichst frühe Ernte wichtig ist oder Frühjahrsnässe regelmäßig die rechtzeitige Befahrbarkeit der Flächen erschwert.




