Kulturinformationen Neuseeländer Spinat (Tetragonia tetragonioides)

Dieser Spinat ist besonders robust, kann den ganzen Sommer lang beerntet werden und lässt sich als lebendige Mulchdecke einsetzen.

Sorten im Angebot der Bingenheimer Saatgut AG

Aussaat bis Pflanzung

Voranzucht:

  • Ende März bis Ende April.
  • Pikieren ist zu empfehlen, da die Samen oft ungleichmäßig und über einen längeren Zeitraum hinweg keimen.
  • Ein Entspitzen der Jungpflanzen während der Anzucht fördert die Seitentriebbildung und beschleunigt die Bodendeckung.

Saattiefe: 3-4 cm

Optimale Keimtemperatur: 18-24 °C ; Für eine bessere Keimung sollten die Samen bis zu 24 Stunden in warmem Wasser vorquellen.

Pflanzung: ab Mitte Mai nach den letzten Frösten, da sehr frostempfindlich.

Standort:

  • Pflanzung im geschützten Anbau empfohlen, an warmen Standorten auch im Freiland.
  • Ein sonniger Standort mit guter Wasserversorgung ist günstig, er gedeiht aber auch an halbschattigen oder schattigen Lagen und belegt damit eine Nische.
  • Auch auf salzbelasteten Böden gedeiht er gut und kann dort sogar zum Entzug von Chlor und Natrium verwendet werden. Dies kann in lange genutzten Gewächshäusern zur Verbesserung der Bodenqualität beitragen.

Optimale Pflanzenanzahl: ca. 4 Pfl./m² (z. B. 50 x 50 cm)

Besonderheiten:

  • Aus einem Samenkorn entwickeln sich 1-3 Pflanzen.
  • Neuseeländer Spinat kann als lebendige Mulchschicht unter höheren Gemüsepflanzen kultiviert werden. Hierzu eignet sich zum Beispiel die Mischkultur mit Gurken, da Neuseeländer Spinat ebenfalls von einer hohen Luftfeuchte profitiert.
  • An günstigen Standorten sät er sich selber aus und kommt im nächsten Jahr wieder. Die Ernte erfolgt dann später im Jahr als bei einer Anzucht.

Kulturführung

Wachstum:

  • Die reich verzweigten Pflanzen wachsen 25-50 cm hoch und kriechen auf dem Boden.
  • Sie werden einjährig kultiviert.

Temperaturen:

  • Sie sind hitzeverträglich und stellen eine Alternative zu schießfreudigem Spinat im Sommeranbau dar.
  • Bei kühler Witterung stellt er das Wachstum fast ganz ein. Eine Vliesabdeckung kann hier Abhilfe schaffen.

Pflege:

  • Da die Pflanzen eine langsame Jugendentwicklung zeigen, sollten zu Beginn regelmäßige Hackgänge erfolgen. Nach ca. 5-7 Wochen haben sich die Pflanzen gut verzweigt und decken den Boden ab.
  • Eine hohe Luftfeuchte hat sehr positive Effekte auf das Wachstum. Auch im Gewächshaus empfiehlt sich ein Besprühen von oben.

Nährstoffbedarf:
Die Pflanzen haben geringe Nährstoffansprüche. Bei mehreren Ernteschnitten ist eine leichte Kopfdüngung für einen neuen Durchtrieb je nach Standort empfehlenswert.

Krankheiten:
Die Pflanzen sind sehr robust und werden kaum von Krankheitserregern oder Schädlingen befallen.

Ernte

Erntebeginn: ab Juni bis zu den ersten Frösten

Erntebestimmung: Die jungen Triebspitzen und fleischigen Blätter sollten geerntet werden, sobald sie 8-12 cm lang sind und 4-5 Blätter entwickelt haben.

Empfehlung: Eine regelmäßige Ernte in Abständen von 1-2 Wochen fördert den Neuaustrieb. Je häufiger geerntet wird, desto zarter sind die Blatt- und Stängelstruktur. Für die Ernte dieser Kultur besteht ein hoher Arbeitszeitbedarf. Je nach Vermarktungsform ist eine Selbsternte der Kund:innen oder Mitglieder möglich.

Lagerung: Im Kühlhaus mit Abdeckung gegen Austrocknung einige Tage lagerfähig.

Verwendung

Vermarktung:

  • Gut als Spezialität zu vermarkten.
  • Besonders in der Direktvermarktung.
  • Kann als sommerliche Spinatalternative angeboten werden.

Geschmack:

  • Geschmacklich ähnelt er dem Spinat, ist aber im Aroma etwas kräftiger.
  • Die jungen, zarten Triebe sind sowohl roh als auch gekocht verzehrbar, die größeren Blätter eignen sich gut zum Kochen oder für Pfannengerichte.