Erfolgreiche Ernte und Lagerung von Knoblauch
Für eine gute Lagerfähigkeit bei Knoblauch sind drei Faktoren entscheidend: der ideale Reifezeitpunkt bei der Ernte, eine zügige Nachtrocknung und die darauffolgenden Lagerbedingungen.
Geeigneter Erntezeitpunkt
Bei unseren Sorten ist die Erntereife zur Trocknung, je nach Pflanzzeitpunkt und Witterung, von Ende Juni bis Ende Juli zu erwarten. Für die Einschätzung des richtigen Zeitpunkts helfen folgende Kriterien:
- Nicht zu spät ernten
Knollen können sonst auseinanderfallen und sind dadurch anfälliger für Pilzkrankheiten. - Außenschale prüfen
Die Außenschale der Knolle sollte beginnen, dünner zu werden. Sie besteht dann aus etwa 3–4 dünnen Schichten, die trocken an der Knolle anliegen, aber noch nicht brüchig sind. Zur Kontrolle sollten stichprobenweise Knollen aufgeschnitten werden. - Ausbildung der Zehen kontrollieren
Die Zehen sollten vollständig ausgebildet sein und eine dünne Zehenschale besitzen. - Bei trockenem Wetter ernten
Das reduziert das Risiko von Fäulnis im Lager. - Ganze Pflanzen ernten
Das Laub sollte zunächst vollständig an der Pflanze belassen werden. - Reifegrad der Softneck-Sorten beachten:
Unsere Sorten Thüla und Thermidrome sind Softneck-Typen. Werden sie für die Lagerung geerntet, sollten noch etwa 5–6 Laubblätter relativ grün sein. So kann sich eine stabile Außenschale bilden, die die Knolle im Lager vor Austrocknung schützt.
Nachtrocknung
- Erdreste grob entfernen
Verschmutzungen vorsichtig entfernen, ohne die Schale zu beschädigen. Als ganze Pflanze mit Laub nachtrocknen. - Schnell mit der Trocknung beginnen
Die Pflanzen möglichst rasch nach der Ernte in lockeren Bündeln aufhängen, einlagig in Kisten auslegen oder als Schüttung in Zwangsbelüftungskisten verteilen. - Keine direkte Sonneneinstrahlung
Knoblauch sollte nicht der prallen Sonne ausgesetzt werden. Bei der Trocknung im Gewächshaus unbedingt beschatten. Alternativ können Bündel unter einem Vordach aufgehängt oder Leerkisten als Schutz obenauf gestellt werden. - Zwangsbelüftung passend einstellen
Bei der Trocknung in Zwangsbelüftungskisten müssen Knollenmenge, Schütthöhe und Gebläseleistung gut aufeinander abgestimmt sein. - Temperaturen begrenzen
Die Temperatur sollte bei allen Methoden maximal 35 °C betragen, besser sind 30 °C. - Trocknungsende
Die Trocknung ist abgeschlossen, wenn die Knollen rascheltrocken sind. Bei Thüla ist dies nach etwa 6 Wochen der Fall.
Lagerung
- Pflanzen grob einkürzen
Von den rascheltrockenen Knollen werden zunächst nur Laub und ggf. Blüten abgeschnitten. Wurzeln und Stängel werden lediglich etwas eingekürzt, jedoch nicht zu knapp. Das finale Putzen erfolgt erst zur Vermarktung. - Kranke Knollen aussortieren:
Weiche oder kranke Knollen (z.B. Pilzbefall) müssen konsequent aussortiert werden. - Lagerung mit geringem technischem Aufwand
Bewährt hat sich eine isolierte Zelle, zum Beispiel eine Kühlzelle, die mit einer kleinen Elektroheizung zum Frostschutz und einem Luftentfeuchter klimatisiert werden kann. Ideal ist zusätzlich eine aktive Luftumwälzung durch ein Gebläse. So aufstellen, dass die Luft von unten durch die Lagerkisten strömt. - Lagerung bis in den Spätherbst
Gute Bedingungen liegen bei 10–12 °C und etwa 50 % Luftfeuchte. Diese Bedingungen passen auch gut zur gemeinsamen Lagerung mit Kürbis. - Lagerung bis ins kommende Frühjahr:
Für eine längere Lagerung bis ins Frühjahr muss die Temperatur später weiter abgesenkt werden (eine gemeinsame Lagerung mit Kürbis ist dann nicht mehr möglich). Hierbei gilt: Die Temperaturen sollte so niedrig wie möglich sein, aber über 0° C liegen. Möglichst geringe Temperaturschwankungen. Hat sich über längere Zeit eine niedrige Luftfeuchte von etwa 50 % eingestellt, kann auf eine weitere Luftumwälzung verzichtet werden.
TIPP
Pflanzgut von Knoblauch können Sie im Herbst und Frühjahr stecken.
Wir versenden das Herbststeckgut von Thüla und Thermidrome Ende September. Ende Februar versenden wir Cledor, unsere Frühjahrssorte.
Sie können alle Sorten vorab bestellen.





