Kulturinformationen Zuckermelone (Cucumis melo)

Zuckermelonen können im Gewächshaus und im Freiland angebaut werden. Die Früchte unserer Sorten überzeugen durch hervorragenden Geschmack und stellen eine beliebte Ergänzung für das saisonale Gemüsesortiment dar.

Sorten im Angebot der Bingenheimer Saatgut AG

  • Murrmel (G667), besonders wohlschmeckende Sorte für den Gewächshausanbau. Fruchtgewicht ca. 600 g.
  • Petit Gris de Rennes (G276), robuste Sorte, die an warmen Standorten auch im Freiland angebaut werden kann. Fruchtgewicht bis zu 800 g.
  • Kolchosnitza (G845), süß und aromatisch, für den Freilandanbau geeignet, Fruchtgewichte 500- 800 g.

Aussaat bis Pflanzung

Voranzucht: 3-4 Wochen vor der Pflanzung; in 7,5er - 10er Töpfen 1-2 Samen; später vereinzeln auf 1 Pflanze pro Topf. Das Umtopfen ist nicht zu empfehlen, da hierbei die empfindlichen Wurzeln beschädigt werden können.

Saattiefe: ca. 2 cm

Anzuchttemperaturen: 25-32 °C (4-5 Tage lang), Weiterkultur bei 23 °C bis Dreiblattstadium, danach bei 18-21 °C. Eine Woche vor Pflanzung abhärten sowie langsam an direkte Sonne gewöhnen (v. a. im Freiland kann es sonst zu Sonnenbrand kommen).

Pflanzung: Ab Mitte April ins Gewächshaus, ab Mitte Mai ins Freiland. Um die Abreife der Früchte sicherzustellen, sollte spätestens Anfang Juni gepflanzt werden. Tiefes Pflanzen bis zu den Keimblättern begünstigt die Ausbildung weiterer Seitenwurzeln und dadurch besseres Wachstum.

Standort: Pflanzung im Gewächshaus empfohlen, im Freiland möglich. Im Freiland hat die Standortwahl großen Einfluss auf den Kulturerfolg. Es sollten windgeschützte Flächen mit leicht erwärmenden Böden gewählt werden. Ein warmes Klima mit Temperaturen > 18°C ist wichtig.

Temperaturen zur Pflanzung:

  • Bodentemperatur für Pflanzung: mind. 16 °C, Lufttemperatur: 22-25 °C; Nachttemperaturen über 12 °C; anfängliche Vliesabdeckung.
  • Pflanzung in schwarzes Bändchengewebe/Mulchfolie sorgt für schnellere Erwärmung des Bodens; Tropfschläuche werden ggf. darunter installiert. Grünschnitt-Mulch erst aufbringen, wenn der Boden ausreichend erwärmt ist; Tropfschläuche auf der Mulchdecke auflegen.

Optimale Pflanzenanzahl:
Ca. 0,7-1,5 Pfl./m² mit einer Reihe pro Beet.

Kulturführung

Bewässerung:

  • Für ein gleichmäßiges Pflanzen- und Fruchtwachstum wird die Bewässerung mit Tropfschläuchen empfohlen. Der höchste Wasserbedarf besteht vom Fruchtansatz bis zum Ende des Größenwachstums.
  • Ein Abstoßen der Früchte kann auf unzureichende Bewässerung, Überlastung durch zu viele Früchte oder ungünstige Temperaturen hinweisen.
  • Während der Abreife: Bewässerung reduzieren, da sonst Platzer und Glasigkeit der Früchte möglich sind.

Intensive Kulturführung im geschützten Anbau – Empfehlung für Murrmel (Seitentrieberziehung):

  • Pflanzen an Schnüren aufleiten.
  • Alle Seitentriebe bis auf ca. 80 cm Sprosshöhe ausbrechen.
  • Nach dem Ausgeizen der Seitentriebe am Haupttrieb bis auf 80 cm wird ein Seitentrieb belassen und der Haupttrieb gekappt. Der Seitentrieb wird anstelle des Haupttriebes weiter aufgeleitet.
  • Direkt am Seitentrieb entwickeln sich die weiblichen Blüten. Jede 2te weibliche Blüte wird belassen und alle Seitentriebe 2. Ordnung ausgebrochen, solange sich Früchte am Seitentrieb 1. Ordnung bilden. Werden keine weiblichen Blüten mehr gebildet, wird ein Seitentrieb 2. Ordnung als neuer Haupttrieb weitergeführt und der vorherige „Haupttrieb“ gekappt.

Diese Methode der „Seitentrieberziehung“ bewirkt einen übersichtlichen Pflanzenaufbau, eine einfache Schnittroutine und eine gute Versorgung der Früchte, da diese direkt am Hauptassimilatstrom wachsen.

  • Am Spanndraht den Haupttrieb der Pflanze mit einer Frucht als Gegengewicht überhängen lassen und dahinter kappen. In der Regel werden Früchte, die an den herunterwachsenden Trieben entstehen, nicht mehr reif.
  • Damit möglichst viel Energie in die Früchte gehen kann, sollten die Schnittmaßnahmen zeitnah durchgeführt werden, solange die Geiztriebe und Blüten noch klein sind.

Extensive Kulturführung im Freiland – Empfehlung für Petit Gris de Rennes, möglich für Murrmel:

  • Ein Entspitzen nach dem 3. Laubblatt direkt vor der Pflanzung oder während der Anzuchtphase beschleunigt den Fruchtansatz und erleichtert das Anwachsen.
  • Im Freiland wird eine Vliesabdeckung bis zum Blühbeginn empfohlen.
  • Das Köpfen der Seitentriebe wird empfohlen, um die Anzahl der Früchte zu begrenzen. Dies begünstigt höhere Einzelfruchtgewichte und eine frühere Abreife.
  • Unbeschnittene Pflanzen bringen mehr Fruchtansatz mit kleineren Früchten und eine spätere Abreife. Pflanzen mit höherem Fruchtansatz neigen in Stresssituationen eher dazu, Früchte abzuwerfen.
  • Regelmäßige Kontrollen und evtl. Maßnahmen gegen Fraßschäden durch z. B. Mäuse empfohlen.
  • Zu langsames Abtrocknen von Mulchauflagen kann Fäulnis der Früchte begünstigen.

Ernte

Erntebeginn: im Gewächshaus ab Mitte Juli, im Freiland ab Mitte August; etwa 65-80 Tage nach Pflanzung

Haupternte: Dauer: 2-4 Wochen, Erntestaffelung durch Pflanzung mehrerer Sätze

Erntebestimmung: Wichtige Merkmale sind die ersten feinen Haarrisse um den Stielansatz und das Absterben des Blattes unmittelbar vor der Frucht. Weitere Kriterien sind ein aromatischer, süßlicher Duft und eine leichte Aufhellung der Fruchtschale. Sobald diese zutreffen, sollte zügig geerntet werden, da die Früchte sonst überaromatisch werden und weniger gut schmecken. Wird aufgeleitet, besteht zudem die Gefahr, dass überreife Früchte abreißen. Die Früchte können mit der Rosenschere geschnitten werden. Meist löst sich der Stiel danach von der Frucht.

Erntemenge: Es können 5-7 marktfähige Früchte pro Pflanze erzielt werden. Im geschützten Anbau entstehen meist größere Früchte mit besseren Qualitäten.

Lagerung: Murrmel und Petit Gris de Rennes sind Cantaloupe-Melonen, für welche Lagertemperaturen von 2-5 °C empfohlen werden. Lagerzeit 1-2 Wochen. Sie produzieren viel Ethylen und haben eine mittlere Ethylenempfindlichkeit.