Kürbis – Tipps zur Anzucht und Direktsaat
Kürbisse sind sehr wärmeliebende Pflanzen. Ob eine Direktsaat oder Voranzucht mit Pflanzung sinnvoll ist, hängt vor allem von Region, Sorte und angestrebtem Erntezeitpunkt ab.
Eine Voranzucht empfiehlt sich insbesondere:
- für Sorten mit langer Kulturzeit
- in kühleren Regionen
- für frühe Marktbelieferung
Für eine gute Lagerfähigkeit sollten Hokkaido-Sorten nicht zu spät (spätestens Ende Mai) ausgesät werden.
Im größeren Anbau haben sich satzweise Aussaaten bzw. Pflanzungen bewährt, um Erntefenster zu staffeln und Risiken zu streuen.
Anzucht
Die Anzucht erfolgt 1–2 Wochen vor dem geplanten Pflanztermin.
Wichtige Bedingungen
- gleichmäßig warme Temperaturen > 20 °C (auch nachts)
- eher sparsame Bewässerung
Bei zu niedrigen Temperaturen und zu feuchtem Substrat besteht hohe Fäulnisgefahr der Samen.
Vorquellen der Samen (optional)
Einige Betriebe lassen die Samen vor der Aussaat vorquellen
- 8 Stunden in 25 °C warmem Wasser einweichen
- anschließend in ein feuchtes Tuch oder eine offene Plastiktüte legen
- warm und feucht lagern
Nach 2–3 Tagen erscheinen die Wurzelspitzen und die Samen können abgelegt werden. Die Samen sollten ausgesät werden, wenn die Wurzelspitze maximal 2–3 mm lang ist, da sie sehr bruchanfällig ist. Vorgekeimtes Saatgut erfordert insgesamt einen vorsichtigen Umgang.
Pflanzfertige Jungpflanzen
Der optimale Pflanztermin ist erreicht, wenn:
- die Keimblätter vollständig entwickelt sind
- das erste Laubblatt noch nicht oder gerade so sichtbar ist
Überständige Pflanzen wachsen deutlich schlechter an und sind sehr windanfällig.
Vor dem Pflanzen sollten die Jungpflanzen abgehärtet und an Sonneneinstrahlung gewöhnt werden.
Werden Jungpflanzen angeliefert, sollten sie sofort auseinander gestellt oder direkt gepflanzt werden. Bei Lichtmangel bilden Kürbisse schnell lange, bruchanfällige Stiele.
Direktsaat
Die Direktsaat ist je nach Region ab Ende April möglich, die Bodentemperatur sollte über 16 °C liegen.
Optimalerweise sät man in eine warme, sonnige Witterungsperiode, da sich der Boden dann schneller erwärmt und die Pflanzen zügig auflaufen.
In kalte oder nasse Phasen sollte nicht gesät werden. Wenn kein Zeitdruck besteht, lohnt es sich häufig, einige Tage/ Wochen zu warten und die Zeit für eine zusätzliche Beikrautregulierung zu nutzen.
Bei Bodentemperaturen von 20–22 °C laufen Kürbisse sehr gleichmäßig auf.
Saattechnik
- Aussaattiefe: 2–3 cm
- im großflächigen Anbau häufig Aussaat mit Maissämaschinen
Zur Sicherung eines geschlossenen Bestandes haben sich folgende Verfahren bewährt:
- 2 Samen pro Saatstelle oder alternierend 1 und 2 Samen
- Samen vorquellen (ca. 24 h bei 22 °C) und für die maschinelle Aussaat anschließend wieder rücktrocknen (Ventilator)
- Bei Aussaat in Mulchfolie, diese etwa eine Woche vor der Aussaat verlegen, um die Bodenerwärmung zu begünstigen
- Reservepflanzen vorziehen, um in eventuelle Lücken nachzupflanzen
Direktsaat oder Pflanzung – Vor- und Nachteile
Direktsaat
Vorteile:
- geringere Kosten
- bessere Wurzelentwicklung: Unter günstigen Bedingungen (tiefgründiger Boden, keine Verdichtungen) können Kürbisse Pfahlwurzeln bis etwa 2 m Tiefe ausbilden sowie ein weit verzweigtes Feinwurzelnetz. Dadurch können die Pflanzen Wasser und Nährstoffe effizient erschließen und benötigen häufig weniger Bewässerung.
Pflanzung
Vorteile:
- frühere Ernte
- einfachere Beikrautregulierung
Nachteile:
- höhere Kosten durch Jungpflanzenanzucht und Arbeitszeit
- Bewässerung erforderlich
Bestandsdichte
Die optimale Bestandsdichte hängt stark von Sorte und Vermarktungsweg ab. Die Anzahl Pflanzen/ ha wirkt sich unmittelbar auf die Zahl der angesetzten Früchte und auf die Fruchtgröße aus.
- Typische Bestände im Erwerbsanbau variieren von 5.000–12.000 Pflanzen/ha
- Häufig werden etwa 10.000 Körner/ha gesät, um ca. 8.000 Pflanzen/ha zu erreichen
- Bei kleinfallenden Sorten wie Solor (G606) oder Fictor (G614) sind 15.000–16.000 Körner/ha üblich.






