Spatendiagnose – den Boden beobachten und verstehen
Mit Hilfe der Spatendiagnose kann man sich recht schnell einen Einblick in den Boden verschaffen. Mit etwas Übung ist es eine schnelle und sehr direkte Methode, den Zustand des Bodens zu beurteilen. Regelmäßig durchgeführt, können die Folgen der Bodenbearbeitung, der Düngung, der Witterung und vieles mehr auch unterirdisch in Augenschein genommen werden. Da sich ein großer Teil des Pflanzenlebens im Boden abspielt, gehört für eine umfassende Beurteilung auch der Blick in den Wurzelraum dazu.
Entnahme eines Bodenblocks zur Beurteilung des Bodenzustands

Werkzeuge
- Erforderlich: Spaten (gut geeignet ist z. B. auch ein Drainagespaten, der ein stabiles, eher schmales und langes Blatt hat)
- Hilfreich: Bodensonde, Messer, Meterstab, zweiter Spaten bzw. Brett
Durchführung:
- Der Boden sollte frisch bis feucht sein.
- Je nach Boden wird in den meisten Fällen erst eine kleine Grube ausgehoben und dann dahinter – mit zwei seitlichen, kleineren und einem senkrechten Einstich – der Bodenziegel entnommen.
- Bei leichten oder bröckeligen Böden ist zur Entnahme des Bodenziegels ein zweiter Spaten oder ein Brett zum Gegenhalten nötig.
Beurteilung

Hilfreich ist es, sich mit der Schichtung des Bodens, der Bodenart sowie dem Bodentyp vertraut zu machen.
- Gefügeformen: Krümel-, Bröckel-, Polyeder-, Platten-, Kohärent-, Einzelkorngefüge. Besonders im Oberboden sollten vorwiegend Krümel vorhanden sein. Diese bilden im Optimalfall ein Schwammgefüge aus.
- Porung: Grob, Mittel, Fein. Eine gleichmäßige Porung ist wichtig für die Luft- und Wasserführung eines Bodens. Die Poren sind auch Lebensraum für viele Bodenlebewesen.
- Durchwurzelung: Wurzellängen, Wurzeldichten, Wurzelgesundheit, Knöllchenbildung bei Leguminosen, evtl. Missbildungen aufgrund der Bodenstruktur oder -verdichtungen. Die Wurzeln sollten möglichst den kompletten Raum erschließen und ihre arttypische Tiefe erreichen können. Je größer der Wurzelraum einer Pflanze, desto mehr Wasser und Nährstoffe stehen ihr zur Verfügung.
- Ernterückstände: Menge, Verteilung, Abbaugrad. Ein fruchtbarer Boden kann in einem angemessenen Zeitraum pflanzliches Material verdauen. Eine gute Umsetzung findet dabei überwiegend in den oberen Bodenschichten statt. Wenn organisches Material zu tief eingearbeitet wird, setzt es sich nur langsam um.
- Geruch: Ein guter Boden riecht angenehm erdig, eventuell leicht nach Pilzen und Wald.
- Färbung: Die Farben des Bodens sind vom Bodentyp abhängig. Böden mit höheren Humusgehalten sind dunkler gefärbt. Bläuliche Verfärbungen weisen auf Staunässe hin.
Weiterführende mögliche Tests
Salzsäure
Aggregatstabilität
Organische Substanz


