Lobularia als Nützlingspflanze
Einordnung und Bedeutung
Lobularia maritima (früher Alyssum maritima) auch bekannt als Steinkraut, Strand-Silberkraut oder Duftsteinrich, gehört zur Familie der Kreuzblütler. In den vergangenen Jahren wird Lobularia auf ihren Einsatz als Nützlingspflanze sowohl im geschützten Anbau als auch im Freiland untersucht. Ausschlaggebend dafür ist die außergewöhnliche Eignung als Nahrungsquelle (Nektar und Pollen) für eine Vielzahl nützlicher Insekten.
Nutzen und Einsatzbereiche

Lobularia fördert verschieden Nützlingsgruppen, dazu zählen Schwebfliegen, Parasitoide Schlupfwespen, Raubwanzen und Wildbienen. Durch die Stabilisierung und Förderung der Nützlingspopulationen trägt Lobularia zur Reduzierung von Blattläusen und Thripsarten bei.
Der Einsatz von Lobularia hat sich in verschiedenen Kulturen bewährt. Im geschützten Anbau spielt sie bei Fruchtgemüse, v.a. bei Paprika und Gurken eine besondere Rolle. Im Freiland bei Porree, Salaten und Kohlpflanzen.
Beispiele aus der Praxisforschung
- Pflanzenschutzdienst Hamburg: Signifikante Reduzierung von Salatblattläusen in den Parzellen, in denen Lobularia als Zwischenpflanzung vorhanden war
- Firma Koppert: Regulierung von Thrips im Lauchbestand durch Einsatz von Orius-Raubwanzen in zwischengepflanzte Lobularia-Streifen (siehe Foto)
- Uni Hannover: Eindämmung der Kohlmottenschildlaus in Rosenkohl, durch Integration von Blühstreifen der Hannover-Mischung
Empfehlungen für die Anbauplanung
Aussaat
Eine Voranzucht wird empfohlen, damit die Lobularia zusammen mit der Hauptkultur gepflanzt werden kann, bald darauf schon blüht und damit möglichst früh Nützlinge anlockt
- Voranzucht für das Freiland ab Mitte März zur Pflanzung ab Ende April/Anfang Mai
- Direktsaat im Freiland je nach Region ab etwa Mitte April
- Voranzucht und Pflanzung für den geheizten Gewächshausanbau können bereits früher stattfinden
- Aussaatmenge: 3-5 Samen/EPT oder Quickpot
- Nur leicht übersieben, da Lichtkeimer
- Optimale Keimtemperatur: 17- 18° C
Platzierung im Gewächshaus
- Pflanzung zwischen die Kultur oder an der Gewächshausrand
- Damit die sehr kleinen und nur begrenzt mobilen Schlupfwespen von der Lobularia auf die zu schützenden Kulturpflanzen kommen, ist es sinnvoll, einzelne Lobularia-Pflanzen als Trittsteine zwischen die Kulturpflanzen zu platzieren.
Platzierung im Freiland
- Lobularia streifenartig aussäen/ pflanzen; als Einzelkomponente oder in einer Mischung z.B. Hannover-Mischung
zusätzlich Einzelpflanzen punktuell in den Kulturpflanzenbestand integrieren
In Kalifornien, wo dieses als „Intercropping“ bezeichnete Verfahren schon länger praktiziert wird, werden z.B. je 50 Salaten 2 Lobularia-Pflanzen gesetzt.
- Für eine erfolgreiche Überwinterung der Nützlinge ist die Anlage von mehrjährigen Saumstrukturen notwendig.
Herkunft und Biologie
- Botanischer Name: Lobularia maritima (früher Alyssum maritima)
- Familie: Kreuzblütler
- Herkunft: Kanaren (dort als Staude)
- Eigenschaften im deutschen Klima:
- Nicht frosthart, verträgt Temperaturen bis etwa -2 bis -3 °C, kann sich an geschützten Stellen selber aussäen
- Wuchs: Höhe bis ca. 25 cm, Trieblänge ca. 30-45 cm, eher hängender Charakter
- Blüte im Freiland: Juni – erster tiefer Frost
- Produziert viel Nektar und Pollen mit intensivem, lieblichem Geruch, daher sehr attraktiv für viele Bestäuber und Nützlinge
- Sehr robuste und gesunde Pflanze
- Junge Pflanzen beliebt bei Schnecken
- Standort:
- Sonnig bis halbschattig
- Verträgt Trockenheit
- Keine Staunässe



